Per Lennart Aae (NPD): “Wie wir den Wahlkampf zur Vermittlung unserer Vision für Sachsen und Deutschland nutzen”
Sonntag 30. August 2009
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„Unser Wahlkampf soll natürlich der NPD ein gutes Wahlergebnis bescheren, aber darüber hinaus hat sie weit größere Auswirkungen auf unsere politische Arbeit als jene, die am Wahltag sichtbar werden“, so Per Lennart Aae (NPD), Direktkandidat im WK 158 (NOL/Görlitz) für die Wahl zum Deutschen Bundestag am 27. September 2009.
Kaum eine andere Partei ist im Wahlkampf den Menschen so nahe wie die NPD; nahe, nicht im virtuellen Sinne via Presse, Funk und Fernsehen, sondern im direkten körperlichen Sinne, beim Verteilen von Flugblättern, beim Infostand, beim „Klinken putzen”, ja sogar beim Plakatieren, was ja bei der NPD von eigenen Aktivisten, nicht von Firmen oder, wie bei der Linkspartei, von angeheuerten Antifa-Seilschaften besorgt wird.
Dieser direkte Kontakt zum breiten Wählervolk, den die NPD ja schon aus Gründen des Medienboykotts und des Fehlens großer privater Geldgeber suchen muß, ist nicht nur arbeitsintensiv, sondern erfordert auch politische Kompetenz und Bekennermut, und zwar in einem Maße, von dem die anderen Parteien nur träumen können. Aber das ist nicht die einzige Tugend, die der NPD aus der Not „demokratischer” Ausgrenzungs- und Boykottpolitik zuwächst. Hinzu kommen die von Parteiaktivisten aller Berufe, Stände und Altersgruppen verkörperten persönlichen Sympathiewerte. Sie beruhen auf der unverkennbaren Ausstrahlung von reinem Idealismus, einer Geisteshaltung, an der es den etablierten BRD-Systempolitikern weitgehend – wenn nicht gar gänzlich – fehlt.
Aber es kommt etwas noch Wichtigeres hinzu: die Wähler lernen nicht nur die NPD und ihre Aktivisten, sondern diese auch jene kennen. Weil die Wahlkämpfer sich jeden Tag den Menschen persönlich stellen müssen, zumal als Angehörige einer mittels staatlich verordneter und finanzierter Hetze verfemten Partei, nehmen sie wie kaum eine andere politische Gruppe die wirkliche Stimmungslage im Volk wahr, sei es in den Ballungszentren oder in der „Provinz” und auf dem flachen Land, wo Vertreter der Systemparteien kaum hinkommen.
So ist es auch Per Lennart Aae (NPD) in den letzten Wochen und Monaten in der Oberlausitz ergangen, zuerst im Kommunal-, dann im Landtagswahlkampf. Und nach der Landtagswahl am kommenden Sonntag geht es mit dem Bundestagswahlkampf weiter – bis zum 27. September. Im folgenden schildert er einige Eindrücke von seinen zahlreichen Bürgergesprächen:
„Obgleich die NPD bei den Menschen im Lande auf sehr viel Sympathie stößt – hauptsächlich bei Arbeitern und Angestellten, Arbeitslosen und Hartz IV-Empfängern, aber auch im Mittelstand – gibt es natürlich auch die von den Medien eingeimpfte Skepsis gegenüber unserer Partei, bis hin zu starken Berührungsängsten. Aber auch in solchen Fällen kommt es häufig zu kürzeren oder auch längeren Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern. Ich muß mir manchmal ein Lachen verkneifen, wenn ich feststelle, wie ähnlich viele dieser Gespräche verlaufen. Hier ein typisches Beispiel:
Ich: ‚Guten Tag, darf ich Ihnen eine Wahlinformation der NPD überreichen? Wie Sie wissen, ist ja am übernächsten Sonntag Landtagswahl.’
Bürger(in): ‚Nein, von dieser Partei bestimmt nicht.’
Ich: ‚Was wissen Sie denn über die NPD?’
Bürger(in): ‚Na, das mit dem Krieg eben.’ Ich: ‚Woher?’ Bürger(in): ‚Vom Fernsehen.’
Ich: ‚Und Sie glauben tatsächlich, daß die NPD damit was zu tun hat – als Partei mit dem niedrigsten durchschnittlichen Mitgliedsalter aller Parteien in Deutschland? – Nein, in Wirklichkeit setzen wir uns hauptsächlich dafür ein, daß es solche Dörfer wie dieses hier auch in zwanzig Jahren geben wird, also dann, wenn viele ältere Einwohner, die heute einen Großteil der Einwohnerschaft bilden, nicht mehr da sein werden?’
Bürger(in): ‚Und wie wollen Sie das machen?’
Ich: ‚Zum Beispiel, indem wir dafür sorgen, daß ein so wunderschönes, aber leerstehendes und etwas verfallenes Fachwerkhaus, wie dieses hier gegenüber, mit jungen Leuten besiedelt wird, die hier leben und arbeiten und viele Kinder bekommen wollen.’
Bürger(in): ‚Wer soll das bezahlen?’
Ich: ‚Das Haus steht heute leer und verfällt. Ist es dann nicht besser, man überläßt es jungen Menschen, die Hand anlegen und es instandsetzen? Viele junge Menschen sind heute arbeitslos und beziehen Arbeitslosengeld oder Hartz IV. Andere sind als Arbeitsnomaden unterwegs, teilweise im Ausland. Was glauben Sie, wie viele Werte sie für unser Land schaffen würden, wenn sie hier angesiedelt würden. Schon die Renovierung dieses Hauses wäre ein solcher Wert.’
Bürger(in): ‚Das geht nicht ohne Arbeitsplätze. Die haben wir hier nicht. Früher war es anders. Da hatten wir eine Flachsspinnerei, ein Kalzium-Carbid-Werk, ein großes Kraftwerk und so weiter … und viele Läden und Gaststätten. Aber heute? Alles weg!
Ich: ‚Ich weiß. Aber erstens entsteht dort Arbeit, wo Menschen leben. Arbeit für einander, das ist der Sinn der arbeitsteiligen Wirtschaft. Man muß nur die Monopolisierung der Arbeit durch das internationale Kapital brechen. Und zweitens: wissen Sie, daß es heute bei sehr vielen Arbeiten egal ist, wo sie ausgeführt werden? Und zwar deswegen, weil sie am Computer stattfinden, und die Kommunikation mit den Kollegen ebenfalls über Computer läuft, auch wenn die Leute im selben Gebäude sitzen? Fünfzig Prozent der Arbeiten können heute genau so gut jwd in Hintertupfing wie am Hauptsitz des betreffenden Unternehmens oder der betreffenden staatlichen Verwaltung ausgeführt werden. Wäre es dann nicht sinnvoll, die Arbeit zu dezentralisieren, damit alte Kultur- und Industrieregionen nicht aussterben? Der persönliche Kontakt zu den Kollegen am Firmensitz müßte trotzdem nicht verloren gehen. Denn schließlich ist ja Sachsen nicht größer, als daß man einmal im Monat hinfahren könnte – statt jeden Tag, wie bei den noch nicht abgewanderten Pendlern. – Überlegen Sie bitte, was wir dabei allein an Sprit, Luftverschmutzung und Fahrzeiten sparen würden!’
Bürger(in): ‚Da machen aber die Firmen nicht mit.’
Ich: ‚Sie würden schon mitmachen, wenn wir eine vernünftige Wirtschaftspolitik in diesem Land hätten, eine Wirtschaftspolitik, die auf die Erhaltung des Landes, nicht auf die Ankurbelung der Geschäfte einiger weniger exportorientierter Unternehmen und Branchen und auf die Zufriedenstellung der Globalisierungsfanatiker in Brüssel und sonstwo ausgerichtet wäre.’
Bürger(in): ‚Ach, das ist aber heute alles zu spät. Gleich nach der Wende oder vor zehn, fünfzehn Jahren wäre es vielleicht gegangen, aber jetzt nicht mehr. Die Zeiten sind vorbei. Die Entwicklung kann nicht aufgehalten werden. Hier wird nichts mehr!’
Ich: ‚Doch, wenn man weiß, was man will – Globalisierungsmusterknabe sein, wie Tillich und Konsorten, oder das eigene Land aufbauen, wie wir Nationaldemokraten. Und wenn man sich für letzteres entscheidet, muß man es auch wirklich wollen und durchziehen, auch gegen die Widerstände der Nutznießer des jetztigen Verfalls!’
Bürger(in): ‚Tja, ich weiß nicht. – Aber ich muß jetzt weitermachen. Die Zeitung können Sie mir aber geben. Vielleicht schau ich mal rein.’
In solchen Gesprächen wird vor allem eins überdeutlich: Den Menschen fehlt eine Vision. Vor lauter Fatalismus angesichts der pausenlos propagierten, angeblich nicht mehr aufzuhaltenden Globalisierung bei gleichzeitiger Erosion der gewachsenen Gesellschaften kommen sie gar nicht dazu, sich selbst die Frage vorzulegen, was sie eigentlich wollen. Sie erleben die Welt und die gesellschaftliche Entwicklung als zwangsläufiges Schicksal. In diesem Rahmen können sie zwar noch persönliche Ziele verfolgen, aber nicht mehr Ziele zur Bewahrung des Gemeinwesens, in dem sie leben. Gerade das ist aber notwendig, wenn wir als soziokulturell gewachsene Lebens- und Solidargemeinschaft eine Zukunft haben wollen.
Die NPD hat sich die Aufgabe vorgenommen, den Menschen zu zeigen, daß der Verfall der Heimat nicht naturgegeben und unvermeidbar, sondern menschengemacht und aufhaltbar ist. Das ist die positive Vision, die wir den Bürgerinnen und Bürgern im Wahlkampf vermitteln wollen. Deswegen ist es gut, daß wir uns einen Wahlkampf a la CDU – nämlich mit Hilfe von Werbefirmen und willfährigen Medien – nicht leisten können, sondern darauf angewiesen sind, stets nahe beim mündigen Wähler zu sein, um ihn persönlich von der Notwendigkeit eines radikalen politischen Wechsels überzeugen zu können.”